Schattendasein

Eine Markise muss her

Erste Erfahrungen am Ende des Beitrags

Fiamma´s F80s Deep Black, das wäre das richtige Segel für den Wiesenkutter, würde er denn schwimmen. So sind wir dann zum Händler unsere Vertrauens nach Winterswijk gefahren und haben dort die Markise - passend zu unserer Kuttergröße - geordert. Bei der Fahrzeuglänge von 6m kommt da eine Tuch von 3,70 x 2,50 m zur Auswahl. Schließlich soll das ganze ja auch an den vorhandenen Befestigungsstiften auf dem Dach passen.
Dazu werden dann noch die entsprechenden Adapter (Dachhalter) benötigt. Explizit wird zur Verklebung derselben auf dem Dach der Kleber  SIKA 252 genannt. Gem. Datenblatt eignet sich dieser ganz besonders bei Klebungen auf Alu und Lackierungen. Das wäre ja dann alles gegeben. Also direkt mit bestellen/kaufen.
In der Gartenmöbelausgabe des Händler bekommt man dann auch den Sonnenschutz. 
Holla. 3,70m lang, 32kg schwer. Seitenwind braucht da beim Transport alleine niemand mehr. Da wird dann direkt auch der Innenraum des Boxers mal auf die Probe gestellt. Passt das Ding noch rein????? Ja klar, ist doch extra so gebaut….  Puh.

Hier klemmt alles dran, der Ersatz für eine ehemalige Regenrinne
Hier klemmt alles dran, der Ersatz für eine ehemalige Regenrinne
Die Adapter mit der Beschreibung
Die Adapter mit der Beschreibung

Aber Aufbauen, nein, das klappt auf keinen Fall alleine. Hilfäääää, ich brauche mal 2 starke Hände. Gesucht, gefunden. Also los.

Nach dem doch etwas anders verlaufendem Einbau des Fliegengitters bin ich nun gespannt. Also erst mal die Bastelanleitung studieren und die Teile sortieren. Es fällt auf, dass die Benamung der Adapterteile etwas anders ist, als erwartet. Bauteil A kommt nach hinten, B nach vorn und C in die Mitte. Na gut, ist halt künstlerische Freiheit.
Das Getriebe zur Aufnahme der Kurbel hätte ich jetzt auch vorn erwartet (wie beim California) es ist jetzt aber hinten. Gibt es Rollos auch für Linkshänder oder in einer UK-Ausführung? Offensichtlich, bei einem Rechtslenker wäre der Mechanismus vorn.

Die Anleitung zur Adaptermontage ist wirklich gut gemacht, lesen muss man da nicht können. Hat man sich den Kleinkram für einen Adapter mal auf Dach gepackt, wird von alleine klar, wie das Ganze an den T-Stiften halten soll und kann. Ein wenig Fummelei kann es geben, wenn die selbstsichernden Muttern auf die Schrauben sollen. Ich habe mir nach der Probemontage die Plattenfundamente mir Krepp angeklebt, damit später evtl. herausgequetschtes Sika nicht unnötig auf dem Dach pappt.

Hier ist die Schraubenanordnung gut zu erkennen
Hier ist die Schraubenanordnung gut zu erkennen
Probemontage
Probemontage

Spannend ist die Ausrichtung der drei Aluteile, die Halterung muss ja in der Flucht liegen, die Markise lässt sich nicht biegen und die Schrauben nicht später festziehen. Ich habe mir da mit einer Rolle Kabelgarn quasi das Maß des Dings gemacht. Hat ganz gut geklappt, geht bestimmt auch mit einer Gummischnur, wie der Fliesenleger sie hat.

Also Kleber auf die Platten, Schrauben eingefädelt und angezogen. Nochmal alles gecheckt und dann richtig fest machen. Jetzt können auch schon mal die Fixierungsschrauben eingesetzt werden. An der Vorderkante der Adapterteile wird zwischen diese das beiliegende Schaumstoffprofil geklebt. Es verhindert sowohl über die Breitseite einfallende Luft und den dazu passenden Regen. Spätestens ist jetzt der zweite Mann gefragt. Die Markise schultern, rauf auf die Leiter uns sachte auf die Träger legen und gemäß er Beschreibung ausrichten.

Dabei die entsprechende Nut hinten so einklinken, dass sie unterhalb der Spannschrauben liegt. An der Vorderseite muss die Markise etwas runtergedrückt werden (der Schaumstoff ist Schuld) sodass bei Anziehen der hinteren Spannschrauben die Markise sich unter die vordere Nut schiebt. Das ist eigentlich schon alles. Vorn und hinten kann man das alles schön von der Seite beobachten, in der Mitte geht es leider nicht.

Das war’s, endlich mal eine Montage, die vollkommen problemlos geklappt hat. Muss ja mal gesagt werden…

Frischer Kleber
Frischer Kleber
In der Mitte ist die Nut zu sehen, unter die die Nase gleiten muss
In der Mitte ist die Nut zu sehen, unter die die Nase gleiten muss


 

Erfahrungen bei/nach Gebrauch

 

Im täglichen Gebrauch zeigt sich die Markise vollkommen problemlos. Ein "Problem" kann u. U. die Unterbringung der doch sehr großen Kurbel darstellen. Wir haben sie im "Bad" untergebracht.
Die noch vom "California" vorhandenen Abspanngurte hinterlassen hier einen gespaltenen Eindruck. Obwohl es sich bei beiden Markisen um Fiamma Produkte handelt gibt es doch Unterschiede.

Die aussen an der Blende liegende Aufnahme für eine Kederleiste ist an beiden Seiten offen. Bei der Cali-Markise gab es dort zwei Aufnahmen, eine war rechts, die andere links geschlossen.

Somit konnte der Spannhaken nicht zur Seite rausrutschen, was jetzt passiert, wenn der Gurt nicht ganz im (fast) rechten Winkel zur Markise angeschlagen wird.  Auch scheint der Haken nicht wirklich zu dieser Markise zu passen. An den innenliegenden Kederaufnahmen passen sie überhaupt nicht und fallen sofort raus.
Da muss nochmal nachgeforscht werden, evtl. muss auch aus einem Stück Kederleiste eine entsprechende Halterung für den Haken gemacht werden. Das löst allerdings nicht das Problem der offenen Seiten. Eine Hersteller-Lösung habe ich nicht nicht gefunden.

 

Meine Problemlösung: Nutzung von Zurrschlaufen, die um das Gelenk zwischen Haltearm und vorderer Abschlussschiene gelegt werden. Dieses ist so stabil ausgeführt, dass das Band nicht nur für Leichtwind abgespannt werden kann. Es sind ja auch ein paar qm zu bändigen. Hier reicht aber die leichteste Ausführung. An dieser Schlaufe kann nun das Sicherungsband in alle Richtungen geführt werden, sodass auch ein Seitenwind nun nicht mehr so problematisch ist.

Das Ding kann fast nicht halten...
Das Ding kann fast nicht halten...
Unter Spannung hält der Haken, nimmt man den Finger weg, fällt er runter. Somit ist es eine Fummelei bis die Abspannung steht.
Unter Spannung hält der Haken, nimmt man den Finger weg, fällt er runter. Somit ist es eine Fummelei bis die Abspannung steht.