Es werde Licht!

Teil 2 der Blecharbeiten

Update: Umbau der DOMETIC Fantastic-Ventilator-Steuerung am Ende des Beitrags

Finster, mächtig finster ist es im Gehäuse. Zeit, sich um Licht, Luft und Sonne zu kümmern. Das fällt jetzt im Februar besonders auf. Der große Kulissenschieber ist beim Wetter zunächst noch gnädig, moderate Temperaturen über 15° gönnen erst einmal auch das Arbeiten ohne dicken Pullover. Ansonsten hätte die Bauheizung aktiviert werden müssen. Also alles prima für Arbeiten am Blech.
Mit den Maßen bei der Erstaufnahme konnten Fenster und Luken bestellt werden, die inzwischen auch eingetroffen sind. Ein Midi-Heki vorn, ein Micro-Heki im Bad, ein Lüfter über dem Bett.
Dazu Fenster in der Schiebetüre, in den Hecktüren, an der Sitzgruppe.
 Weiterhin werden Öffnungen für den Brauchwasserabfluss, die Sani-Klappe, Gaskastenentlüftung, Strom- und Frischwasserversorgung sowie die Heizungsmontage benötigt.
Gem. den Messungen am Leerfahrzeug kommen folgende Fenster zum Einsatz:
Fenster in Türe und Sitzecke:
Seitz S4 100 x 50 cm

Fenster in den Hecktüren:
Seitz S4 50 x 50

Diese Strebe in der Mitte kann weg
Diese Strebe in der Mitte kann weg
Hier soll das HEKI hin
Hier soll das HEKI hin


Wir stellen fest, dass im Bereich der großen Fenster kleine Versteifungen das Blech halten. Sie sollen die Bewegungen in den ungeprägten Blechen minimieren, sind aber nicht für die Festigkeit der Karosse nötig und können somit entfernt werden. Da an ihrer Stelle ein Montagerahmen um das Fenster eingesetzt wird, kann dort zukünftig auch kein Blech flattern.
Vor dem ersten Schnitt wird es schon spannend. Wie Jürgen v. d. Lippe einst schon sang: „wenn ein Schnitt daneben geht, hilft nur noch beten…“. 
Es muss genau ausgemessen werden, wo „das Messer“ angesetzt wird, damit auch auf der anderen Seite alles passt. Es wäre schon blöd, wenn „plötzlich“ eine Sicke die Verklebung stört. 
Mit dem Blechknabber geht dies aber in einer überschaubaren Geschwindigkeit und kein Metallspan fliegt diesmal in die Augen (hatten wir schon mal, trotz Brille). In den Ecken sind große Bohrungen - an die Ausschnittradien angepasst - hilfreich. Die Schnittkanten auf der Außenseite abkleben um Lackschäden zu verhindern, die Schnittkanten mit Rostschutz behandeln.
Probeweise das Fenster einsetzen, jetzt sollte nix klemmen, evtl. muss nachgearbeitet werden, was mit dem Knabber kein Problem ist. Von innen habe ich nun den Rahmen eingeklebt und am nächsten Tag alles ausgerichtet und verschraubt. Die Abdichtung erfolgt nicht mit dem SIKA-Kleber sondern mit SIKA 701, einem Butyl-Dichtstoff. Dieser kann beim Fensteraustausch entfernt werden, was mit dem Kleber nicht möglich wäre.

Der Ausschnitt sitzt
Der Ausschnitt sitzt
Das Fenster passt, jetzt genau ausrichten
Das Fenster passt, jetzt genau ausrichten
Der Rahmen wird innen eingeklebt, die Hölzer aussen sind zum Schutz des Blechs
Der Rahmen wird innen eingeklebt, die Hölzer aussen sind zum Schutz des Blechs

Der Blechknabber erweist sich als extrem hilfreiches Werkzeug. Statt wie die Stichsäge laut raspelnd durch das Metall zu kreischen „brummt“ der Knabbern durchs Material und ist dabei nicht langsamer. So ein Knabber stanzt das Blech in kleinen Kreisen aus. Diese lassen sich anschließend gut auffegen und fliegen nicht großartig durch die Gegend oder gar ins Auge. Allerdings sammelt eine Schuhsohle die Teile gerne auf. Der Bohrmaschinenvorsatz reicht mir dabei vollkommen, eine wesentlich teureres Einzelgerät lohnt sich für die paar Schnitte nicht. Nachteile gibt es natürlich auch: das  Wellblechdach, quer zur Welle geschnitten, lässt sich mit dem Vorsatz nicht knabbern, die Länge der Kombination Bohrmaschine/Knabbervorsatz hatte bei mir einen zur großen Hebelarm um die Biegungen mitzumachen. Auch doppellagige Bleche passen nicht in die Stanze. Hier musste dann die FEIN-Säge helfen. Allerdings sieht dann das Ergebnis nicht so toll aus.

Die Einbaurahmen können vorab erstellt werden. Ein paar Millimeter Luft rundherum erleichtern später das Ausrichten. Die Stärke des Einbaurahmens orientiert sich bei mir an der unteren Grenze. Es ist vorgesehen, die Rollorahmen in die Wandverkleidung einzubauen und nicht aufzuschrauben. Somit stehen sie nicht übermäßig in den Innenraum, was besonders in Heckbereich vorteilhaft scheint.

Vergleichbar werden alle Teile eingebaut.

Wenn alles passt, sieht es so aus
Wenn alles passt, sieht es so aus
Knabbermonde
Knabbermonde
Da freut sich der Parkettboden
Da freut sich der Parkettboden

Kein Licht ohne Schatten, getreu dem Motto „nach „fest“ kommt „ab““ habe ich auch direkt das erste Fenster geschrottet, weil ich die Rahmenschrauben zu fest angezogen hatte. Irgendwann machte es laut „peng“ und die Schraube war auf der Sonnenseite durch. Nunja, ein wenig Schwund ist immer. Dafür lief anschließend alles glatt und ich habe nun div. Ersatzteile.

 

 


Beim Einbau des Midi-Hekis stellt sich ein ähnliches Problem wie bei der Entsorgungsklappe der Toi-Schüssel. Irgendwie könnte man den Eindruck gewinnen, dass die Karosse des Boxers nicht zu den Teilen passt (oder passen soll?). 


 

Zum Einbau des Midi-Heki habe ich auch einen Aufbaurahmen geordert. Wenn man ihn auf Dach legt, sieht das Ganze ja nicht schlecht aus, die Sicken des Dachs werden passend abgedichtet. Nur mit dem Ausschnitt des Lochs passt es irgendwie nicht. Vielleicht gibt es ja bei der Fahrzeugproduktion ein paar Millimeter variablen Spielraum, aber wenn die Luke passen sollte, müsste der Falz des unmittelbar anschließendem Spriegels mit abgeschnitten werden. Das kann bzw. sollte imo nicht wirklich so sein.
Somit sind auch die werkseitig vorgegebenen Halterungen des Innenrahmens nicht zu verwenden. Da müssen schon Herrgottschnitzer Hand anlegen. Irgendetwas passt nie wirklich. Entweder sitzt der Adapterrahmen nicht vernünftig auf dem Dachprofil oder die Luke nicht auf dem vorgegeben Dachteil. Man versucht einen Kompromiss. Am Ende passt alles nicht so, wie man sich das vorgestellt hat und verursacht sehr viel mehr Arbeit, um alles doch noch passend zu bekommen.
 Irgendetwas bleibt dann auf der Strecke. Hier müssten die Hersteller imo nochmal den Zollstock in die Hand nehmen.

Bei den Dachluken stellt sich folgendes heraus: der Dometic Fantastic Vent ist mehr als ein „Lüfter“, der ist ein Tornado. Die Blasrichtung spielt dabei keine Rolle, er sorgt garantiert für Luftumsatz. Das macht er auch mit entsprechender Geräuschkulisse, das Ding über Nacht anzulassen scheint nicht ratsam, es sei denn, man möchte sehr unliebsam aus den Träumen geblasen werden. Dabei wäre so ein Übernachtbetrieb durchaus möglich und auch vorteilhaft, da der Ventilator über eine temperaturabhängige Schaltung verfügt. Allerdings wären ganz andere Umdrehungen und leise Töne von Nöten.


Update des Dometic Fantastic Ventilators

 

Dieser Umbau wurde nötig, da die Geräusch-entwicklung untragbar für eine Funktion bei gleichzeitigem Aufenthalt im Wagen war.

 

Da ich (noch immer ;-) ) kein Elektroniker bin, musste ich mich im WWW aufschlauen lassen, dass es mit die Einbau eines einfachen Dreh-Potis ins Anschlusskabel nicht getan sei, um den Ventilator in seinen Umdrehungen zu bremsen. Zum Glück bietet die Fa. mit dem großen "A" div. Bauteile, die diese Aufgabe technisch akkurat bewältigen. Aus dem Angebot habe ich mir ein Teil mit separatem Poti ausgesucht, damit die Einstellungen auch vernünftig und zu jeder Zeit gemacht werden können.
Gesucht - bestellt - bekommen.

Also erst einmal wieder den Ventilator ausbauen (div. Halteschrauben und den Öffnungsknebel).

Der Blick offeriert uns: in allen vier Ecken… muss „Technik“ drin stecken, anders geht´s nicht. Da ist kein Platz für ein weiteres Bauteil. Aber gut, den alten Regler für die Geschwindigkeiten brauchen wir auch nicht mehr, er kann raus. Bei Licht betrachtet erweist er sich als ein sehr rustikales Stück „Technik“.

Jetzt stört nur noch der Sicherungseinsatz. Den bekomme ich aber nicht verschoben, es bliebe ein zu großes Loch. Die Steuerungsplatine gedreht, gewendet und hochkant gehalten… Ja, so könnte es klappen. Das Poti passt mit einer kleinen Unterlegscheibe auch wunderbar in die Aufnahme des Vorgängers. Soweit - so gut.

Die Verdrahtung ist keine Schwierigkeit, da die Platine gut und eindeutig beschriftet ist.
Test - Mist funzt nicht. Sicherung im Sicherungskasten geprüft - Sicherung ok. Ah… Die Platine hat ja auch noch eine. Die ist auch ok. Die am Venti etwa? Ja, die war’s.

Und jetzt leuchtet uns auch eine kleine rote LED an um die Funktionsbereitschaft anzuzeigen. Schalter AN - und es dreht sich. Poti gedreht - es wird schnell, anders herum - es wird langsam. Und leise! So wie geplant. Fragt man sich: Bei einem Preis von knappen 400,- € (Stand 2019) warum nicht gleich so.

Ein positives Gimmik: wenn der Venti nicht benötigt wird kann durch die Serien-Thermometer-Einstellung die Schalteinheit stromlos gemacht werden - einfach Temp auf kälteste Einstellung drehen (Kontrolle siehe LED).

 

So, jetzt alles wieder zusammenbauen...

Da hat es PENG gemacht
Da hat es PENG gemacht
Der DC Motor Geschwindigkeitsregler
Der DC Motor Geschwindigkeitsregler
Nach dem Einbau, unter dem Klebestreifen befindet sich das Poti
Nach dem Einbau, unter dem Klebestreifen befindet sich das Poti
Der alte Schalter
Der alte Schalter