Der Schimmelreiter

(Text wurde von einer älteren Web-Seite übernommen)

 

Wie kommt man nur auf so eine Überschrift? Naja, ich frage mich, wie kommt man auf so eine Farbe, „glacier-grün“. Wer schon mal einen Gletscher von innen gesehen hat, der weiß, dass es dort eher blau ist. Selbst bei Dauerregen. Aber egal. Ich verbinde mit dieser Farbe Schimmel. Schöner grüner Schimmel. Darum eben Schimmelreiter.
Jetzt wird der geneigt Leser sicher fragen: „Ja, Du Depp, was kaufst Du Dir auch so ein Ding, wenn es Dir nicht gefällt.“ Dazu muss ich peinlich eingestehen, dass es sich bei meinem Mopped um Gebrauchtware handelt. Und in dem bezahlbaren Modelrahmen (1997) waren wohl sehr viele Käufer vom Schimmelgrün angetan, und so gab es zum Kaufzeitpunkt ein überdurchschnittliches Angebot in sch… glacier-grün. Egal. Ist doch eh nur Farbe und drei Klassen besser, als dieses Baby-Pampers-Hell-Blau. Und außerdem gibt es noch Lackierereien...

So. Was wirst Du hier finden?

Anders herum. Was wirst Du hier nicht finden?

Wundersame Aufstellungen von Ölverbräuchen, Leistungsprüfstandsdiagnosewerte, super Beschreibungen von Getrieberitzelnachschleifaktionen usw. Ich finde es superklasse, wenn jemand den Nerv hat, jeden Groschen – äh – Cent in ein Statistikbuchhaltungsprogramm zu übertragen um dann in drei Jahren sagen zu können, die erste 2,8 mm Profil auf dem Brückenstein XL haben damals aber soundsoviel gekostet. Interessant, aber mir fehlt dazu die Muße. Genauso ist es mir egal – und jetzt werden sich wieder ein paar Besucher kopfschüttelnd verabschieden – ob ich durch einen wie auch immer gearteten Eingriff 2,834 PSchen mehr herauskitzeln kann. Sorry, die vorhandenen Pferdchen reichen mir. Und leider bin ich auch nicht der begnadete Schrauber vor dem Herren, der die oben genannte Reparatur in der heimischen Garage am Samstagnachmittag mal eben bis zur Sportschau durchzieht.

Richtig ist hier, wer sich mit der orischinolen Anleitung bisweilen verlassen fühlt und – bevor er selbstzweifelnd aktiv wird, erst einmal sehen möchte, was andere Dussel schon für einen Mist gemacht haben. Wenn Du dazu gehörst: Willkommen im Club!

So, genug der Einleitung.

Mal sehen, was es schon so gibt.

Autoswitch

Der Autoswitch ist ein kleines praktisches Schaltungselement, das einen zusätzlichen Verbraucher (z. B. Zusatzscheinwerfer oder auch das Radio) an- und abschalten kann, ohne einen weiteren Schalter einzubauen. Es wird dabei der Blinkerrücksteller als Schaltereinheit "zweckentfremdet": ein längeres Drücken (2-3 Sek.) schaltet den Verbraucher ein, ein weiteres längeres Drücken wieder aus. Die grundsätzliche Funktion der Blinkerrückstellung wird dabei nicht beeinträchtigt.

Dem Autoswitch liegt eine an sich gute Einbauanleitung bei, aber ein, zwei Bildchen mehr hätten die ganze Sache abgerundet. Wie und wo die einzelnen Kabel zu finden sind, habe ich hier mal versucht darzustellen.

 Wo die Schalteinheit angebracht wird ist eigentlich egal. Ich habe sie hinter der Frontverkeidung vorn angeklebt (ein sehr kräftiges Klebepad liegt bei). Ein sehr langes Kabel mit Multi-Color-LED könnte evtl. für Einbauirritationen sorgen. Man kann es an einen Bowdenzug anbinden, sodass das LED im Bereich des Schalters zu sehen ist. Ich habe ein 5mm Loch in das Fliegengitter der Armaturenverkleidung gebohrt und rechts das Autoswitch-LED und links das Radio-Power-LED reingesteckt. Selbst wenn eines Tages die LEDs wieder herauskommen, wird man an der Stelle das kleine Loch kaum sehen.

Das Autoswitsch-LED leuchtet 1 x rot, wenn der Zündstrom eingeschaltet wird (ca. 1Sek.). Während man die 2-3 Sekunden zum Einschalten des Verbrauchers den Blinkerrücksteller drückt, flimmert das LED gelb(grün). Nach Loslassen des Blinkerrückstellers wird erst der Verbraucher eingeschaltet und das LED geht auf Dauerlicht (zur Anzeige, dass der Verbraucher eingeschaltet ist).

 

(Nachtrag: Die Beschreibung hier bezieht sich auf ein BMW-Model ohne BUS-System.)

 

 

 

Fahrradtacho
   

Anbau

Werkzeug und zusätzliches Material:
Inbus zur Radverkeidungs(de)montage
Div. Kabelbinder, Klebeband
Kleber: Sikaflex

Da mein Schimmelchen nicht meine erste BMW ist, habe ich natürlich – wie schon an meinem Vorgängermodel – wieder einen Fahrradtacho angebaut. Warum überhaupt?

BMW fahren heißt in vielen Fällen: zu Erreichung von Standards selbst Hand anlegen.

So auch in der Geschwindigkeitsanzeige. Bei meiner R 1100 R von 1997 lief „serienmäßig“ der Tacho ca. 10% vor, sprich er zeigte immer mehr an. Also immer aufpassen, wenn jemand behauptet, er sei soundsoschnell gewesen…;-) Da die jetzige RT aus dem gleichen Baujahr stammt, wird nun der Tacho auch hier angebastelt.

Man kann diesen Toleranzwert natürlich immer im Kopf haben und einkalkulieren, ich hätte es da jedoch gerne in diesem Fall genauer und so muss es dann sein, der Tachoeinbau.

Zum Einsatz kommt ein Modell der Fa. Sigma®.

Zum Lieferumfang gehören neben dem eigentlichen Tacho und Halter, dem Taktgeber und- empfänger auch 2 Gummis, die die Halterung am Lenker eben halten sollen. Diese sind – wen wundert´s – nur für Fahrrad- bzw. Rohrlenker geeignet. Auf die dicken Aluhörner unserer BMWs passen sie nicht. Hier muss ein größeres Gummi her oder etwas ganz anderes. Ich habe den Halter mit ein paar Kabelbindern befestigt. Dies hat zusätzlich den Vorteil, dass der Halter mal nicht so im Vorbeigehen abgepflückt werden kann. (Bild 1 +2). Ob die Montage am rechten oder linken Hörnchen erfolgt ist Geschmacksache oder platzabhängig (evtl links Radiofernbedienung vorhanden oder geplant?).

 Die Verkabelung ist denkbar einfach: durch den Schacht unter dem Armaturenteil den Taktempfänger am Kabel herunterlassen.

Nun muss ich ein wenig vorgreifen und erst einmal den Taktgeber verarbeiten. Dieses Bauteil, obwohl das kleinste, macht vielen die größten Sorgen. Wohin damit, sollte doch der Abstand zum Taktempfänger 5 mm sein. Wie schon beim letzten Bike habe ich mich wieder für die Innenseite des Bremsscheibenträgers entschieden. Dort auf die Innenseite geklebt und mit zusätzlichen Kabelbindern gesichert, wird der Geber, der nur ein kleiner Magnet ist, beim Fahren durch die Zentrifugalkraft auf den Halter gedrückt und so zusätzlich gesichert. Außerdem sind die Fliehkräfte so nah bei der Achse nicht ganz so groß, wie direkt an der Felge. Soweit meine Überlegungen, die sich bis dato als praktikabel erwiesen haben: über 15.000 km hat diese Montageform am Vorgänger gehalten.

Der Impulsempfänger wird nun so am Gabelholm befestigt, dass der Abstand eben so ca. 5 mm ist. Dies ist an dieser Stelle problemlos möglich. Dabei  ist es – nach eigener Erfahrung – nicht zwingend nötig, dass der Geber und Empfänger sich rechtwinkelig gegenüberstehen müssen. Nun mal ein Test, das Vorderrad drehen und der Tacho sollte seine erste Geschwindigkeit gespeichert haben. Keine Angst auch bei dicken Kabelbindern oder Klebeband: unter der Radverkleidung sieht man sie gleich nicht mehr. (Bild 4)

ACHTUNG: die Montage des Magneten in der beschriebenen Art geht bei einer RT so nur auf der rechten Radseite. Auf der linken Seite befindet sich unterhalb der Gabel eine Metallnase, die mit dem Magneten an der Stelle kollidiert.

Beleuchtung des Tachos

 Was nützt die schönste Tachofunktion, wenn man sie nicht sieht? Also muss noch eine Beleuchtung her. Meine habe ich bei POLO® erstanden. Sie besteht aus einem Kunststoffbügel mit 2 eingebauten LEDs, die für eine hervorragende Beleuchtung sorgen. Der Bügel wird einfach auf den Tacho aufgesteckt und die Kabel z. B. an der Tachobeleuchtung mit angeschlossen. (Mehr dazu in der Abteilung „Elektrik“) Ein Nachteil sei nicht ungenannt: mit weiteren Jackenärmeln bleibt man bisweilen gerne an den LED-Trägern hängen.

Ergänzung bzw. Richtigstellung: Mit dem frisch eingestellten Fahrradtacho auf erster Testfahrt musste ich "Erstaunliches" feststellen: der original BMW-Tacho läuft quasi identisch mit dem Sigma®-Tacho. Also gibt es Unterschiede in den einzelnen Fahrzeugkategorien (wie schon erwähnt, lief der Tacho bei meiner 1100 R gleichen Baujahres mindestens 10 % vor) oder die Qualitätsstreuungen sind doch erheblich. Eigentlich könnte man den Tacho jetzt wieder abbauen, doch ich lasse ihn erst einmal dran, eine zusätzliche Teilstreckenerfassung ist ja auch nicht zu verachten. 

 

 

 Schalterbeleuchtung
   

Eine Benutzung der vorhandenen unbeleuchteten Schalter in der Dunkelheit ist sicher möglich, doch warum sollte man dies nicht noch ein wenig optimieren…

Was braucht man?

LED (12 V)
Kabel und Kabelverbindungsutensilien (Stecker)

Wie geht´s?

Während der verkleidungslosen Zeit (Lackierung) ließen sich die Schalter mit wenig Aufwand ausbauen. Öffnet man das Gehäuse vorsichtig - ohne die Wippschalterhalterungen zu beschädigen – zeigt sich, dass wohl schon jemand an Leuchtmitteleinsatz gedacht hatte: Platz und Halterung für eine 5mm LED oder Birne sind bereits vorhanden. Schau an… Diese Selbstversorgung wird von BMW aber nicht weiter unterstützt, denn die einzelnen Schalterabdeckungen sind wieder nicht beleuchtungstauglich, da sie kein Licht durchscheinen lassen. Ausnahme: der Warnblinkschalter, er ist nicht schwarz sonder dunkelrot. Mit welchem zeitlichen und auch finanziellen Aufwand die beiden anderen Tasten illuminiert werden sollen/können muss jeder selbst entscheiden. Für den Anfang belasse ich es erst einmal beim Warnblinkschalter. Also…

 1.)    die schwarze Wippklappe vorsichtig abnehmen (Vorsicht: ein Metallstift und/oder eine Feder können dabei fliegen gehen, also aufpassen)
2.)    Neben den Kontakten sieht man nun den LED/Lampen-Platzhalter, dieser ist mit einem Bohrer zu öffnen, sodass die LED-Kontakte nach hinten herauskommen. (Bild)
3.)    Mit einem Klecks Silikonkleber den LED sichern.
4.)    Wippe zusammenstecken (Stift und Feder) und aufsetzen, vorsichtig zusammen drücken fertig.
5.)    Die Kontakte isolieren (Schrumpfschlauch) und an den Standlichtkreislauf anschließen (Polung beachten = das kürzere Beinchen ist Masse.

Fertig.

 

Rechtliches: erlaubt sind an einem Krad zusätzlich zwei Nebelscheinwerfer oder ein Fernlicht- und ein Nebelscheinwerfer. Nicht erlaubt sind 2 zusätzliche Fernscheinwerfer oder ein zusätzlicher Fern- und 2 Nebelscheinwerfer.

Warum zusätzliche Beleuchtung?

Man kann da sicherlich geteilter Meinung sein. Für mich waren folgende Gedanken ausschlaggebend das Krad mit zusätzlicher Beleuchtung auszustatten:

Eine Farbe wie dieses schimmelgrün, ist, wie auch silbern, hellgrau o. ä Farben, bei Schmuddelwetter nicht optimal kontrastreich zu erkennen. Und vom neuen Schwarz ganz zu schweigen. Das kann jeder selbst in Dämmerungszeiten einmal beobachten, wenn Fahrzeuge mit solchen Farben z. B. an der Ampel stehen. Was in der Stadt nicht ganz so tragisch ist, wird auf der Schnellstraße/Autobahn dann schon unschöner und evtl. gefährlicher. Jetzt kann man natürlich sagen: Motorräder sind ja verpflichtet auch am Tage mit Abblendlicht zu fahren. Ja, das ist richtig, doch ein Blick von einer Autobahnbrücke zeigt, dass sich auch auf bundesdeutschen BABs sich inzwischen ein erheblicher Teil der Autofahrer mit eingeschaltetem Licht befinden, die den Aufmerksamkeitswert einer eingeschalteten Beleuchtung für sich nutzen. In anderen europäischen Ländern ist das Fahren auf Autobahnen, und zum Teil auch schon außerhalb von geschlossenen Ortschaften, sowieso Pflicht. Diskussionen zu diesem Thema lassen auch in Deutschland vermuten, dass es nicht mehr lange dauert, bis im Rahmen der mühsam geliebten europäischen Harmonisierung auch bei uns das Fahren mit Licht zur Pflicht wird. 

Damit ist der einstmals ausschließlich den Motorradfahrern zugedachte zusätzliche Aufmerksamkeitswert dahin, ein Motorrad nur noch eine Lampe unter vielen… 

Ob die Aufrüstung der Beleuchtungseinrichtungen nötig und der einzig gangbare Weg ist, den optischen Vorsprung wieder zu erreichen, mag jeder für sich selbst entscheiden, ich sehe da im Moment keine praktikable Alternative, auch wenn z. B. der Einsatz der Nebelbeleuchtung ohne Nebel nicht ganz legal ist.

Welche Lampen und wohin?

 Zur möglichen Auswahl als Zusatzscheinwerfer - stehen:

- Fernscheinwerfer
- Nebelscheinwerfer
- Tagesfahrleuchten

Da – wie schon erwähnt – nur ein Fernscheinwerfer erlaubt ist, würde eine Anbringung und der Betrieb eines Scheinwerfers ein „schiefes“ optisches Erscheinungsbild ergeben. Also kommt für mich nur eine paarweise Lampenanordnung in Frage. In einschlägigen Foren und Katalogen von Zubehöranbietern werden div. Stellen und Möglichkeiten zur Befestigung der zusätzlichen Lampen gezeigt.

Für eine RT wird der Einbau unter der Verkleidungsnase oberhalb des Vorderrades gerne genommen. Für Nebelleuchten ein ungünstiger Platz, sollen diese doch möglichst tief montiert sein. Bei anderen Modellen wird eine Anbringung an Sturzbügeln schon serienmäßig angeboten. So eine Möglichkeit gibt es für eine RT leider nicht. Außerdem kann eine gleichmäßige Ausleuchtung der Fahrbahn von dort aus nicht erfolgen, da der Motorradkörper durch die Verkleidung das Lichtfeld teilt. Aber mir geht es ja auch nicht um ein „Mehr“ an Licht sondern um ein „Mehr“ an Aufmerksamkeit.  Aber wohin damit?

 Also ist auch hier wieder Eigeninitiative gefragt. Die sah beim Schimmelchen wie folgt aus…

 Da der Vorbesitzer die Zylinder schon mit einem Zylinderschutz ausgestattet hatte, stachen mir die bei einem Sturz wenig hilfreichen Kunststoffteile sofort ins Auge. Abmachen oder dranlassen war die Frage, aber vielleicht konnte man sie ja auch noch anderweitig mitbenutzen, nämlich als Lampenträger.

 

 

 Blinkergehäuse mit Permanent-Beleuchtung
   

Nützen tut´s nix, sieht aber imo ganz nett aus. Aber wie machen…

Austausch der kompletten Fassungen und Birnen oder zusätzliche montieren?

Ich habe mich für den Einbau von 12 V-LEDs entschieden, da einfach zu montieren und haltbar.

Was braucht man dafür?

2 LEDs (12 V)
Kabel
Kabel-Verbindungsutensilien (Steckkontakte oder auch Lüsterklemmen)
Bohrer 5 mm

Wenn keine 12 V LED zubekommen ist, muss ein zusätzlicher Vorwiderstand an den Plus-Pol gelötet werden. Der LED-Händler kennt die entsprechenden Werte.

 Wie geht´s?

 Simpel. Einfach ins Blinkergehäuse neben den normalen Stecker ein 5 mm Loch bohren. LED reindrücken (hält schon ohne Silikonfixierung prächtig) Die Kontakte isolieren (Schrumpfschlauch) und an den Standlichtkreislauf anschließen (Polung beachten = das kürzere Beinchen ist Masse). Die Kabel mit den Steckverbindungen so unterbrechen, dass ein Abnehmen der Spiegeleinheit auch weiterhin möglich ist.

 

 

   

Musike

 Die RT ist eines der wenigen Motorräder, die, mehr oder weniger, serienmäßig für den Einbau eines Radios eingerichtet sind. Mehr oder weniger deshalb, weil ein Einbauplatz vorgesehen ist, die Einbaugerätschaften und Zuleitungen aber aus der Zubehörliste kommen und nicht von jedem Käufer sofort mit geordert werden. Darin enthalten sind neben den elektrischen Anschlüssen in der Einbaumulde, dem Einbaurahmen selbst auch eine Antenne und Außenlautsprecher unter dem Armaturenbrett. Diese sind sicherlich auf die amerikanische Kundschaft zurückzuführen und, meine Meinung, für die deutschen Gegebenheiten unpassend. Aber ohne sie gibt es keine „Radio-Vorbereitung“.

Ein einziges Radio zur R 1100 RT bietet BMW eine Clarion-C/R-Kombination an. Ob diese Kombination ihr Geld ist, mag jeder selbst entscheiden.

Beim Schimmelchen war eine Radio-Vorbereitung vorhanden, jedoch hatte der Vorbesitzer den Einbaurahmen ausgebaut (und leider verschenkt), da er kein Radio wollte.

 Um also den Status Quo wieder herzustellen musste ein Einbaurahmen gekauft werden (die komplette Radiovorbereitung beim aktuellen Modell R 1150 RT kostet 215 € zzgl. Märchensteuer)

 Für grundsätzliche Planungen sind folgende Überlegungen sinnvoll:

 Ist schon eine Radiovorbereitung vorhanden?

 Ansonsten: Antenne, Verkabelung und Einbaurahmen nötig

BMW Radio oder Alternative?

BMW Radio problemlos mit Lenkerfernbedienung möglich,
Alternativ: Blaupunkt oder Sony mit zusätzlichem Adapter über Lenkerfernbedienung möglich (Adapter Blaupunkt: 149 €, Sony 49 €, Anbieter: AKE )

Zusätzliche Anschlüsse wie Handy, Funk, Kommunikation? Integration BeifahrerIn? Dann weitere Investitionen in Baehr-Anlage o. ä. nötig, ansonsten:

Radiohören nur für Fahrer:
Direktverbindung Kopfhörer/Radio über Wandler (Anpassung des verstärkten Ausgangssignals an Kopfhörer)

 

 

 Meine Einkaufsliste:

Radio Sony
Adapter Sony/BMW (Radiointerface von AKE)
Einbaurahmen (Original BMW)
Lenkerfernbedienung (Original BMW)
Direktverbindungskabel mit Anpassungswiderstand
Radio-Headsethörer Einbaulautsprecher (Helm) mit Kabel

 Der Einbau

 Werkzeug/Material:
div. Schraubendreher
Bohrmaschine mit 22mm Bohrer, 10mm Bohrer
Anschlussmaterial entsprechend dem Radio (besonders für Lautsprecher)
Kabelbinder
Isolier/Klebeband
Schrumpfschlauch

Zunächst ist, wie nicht anders zu erwarten, die Demontage der linken Verkleidungshälfte nötig. Die Montage der Lenkerfernbedienung ist denkbar einfach, die beiden Schrauben sollten jedoch einmal probehalber vorher eingedreht werden. Ein Schraubgewinde war sehr schwergängig, was am Lenker zu unnötiger Fummelei führte.

 Nun ist der obere Teil der Radiomulde zu entfernen. Wenn eine Serienradiovorbereitung vorhanden ist, sieht man nun auf den Einbaurahmen, der auch raus muss. Dazu die am oberen Rand sichtbare Flügelschraube lösen. Gegenüber am unteren Rand gibt es eine weiße Kunststoffnase, die in eine entsprechende Aussparung des Rahmens passt. Ob diese Nase jetzt abgeschraubt werden muss oder ob eine leichte „Vergewaltigung“ der Einbaubox reicht um den Rahmen herauszubekommen, muss ausprobiert werden. Ich habe die Nase abgeschraubt.

 Auf der linken Seite liegen nun die eingehenden Leitungen der Antenne, Stromversorgung und der Lautsprecherverkabelung. Hier gibt es auch noch eine weitere Öffnung, die das Lenkerfernbedienungskabel aufnehmen kann. Leider passt der Serienstecker nicht durch das Serienloch, es muss auf 22mm aufgebohrt werden, damit der Stecker und die Gummidichtung auch passt. Wie sich BMW den Anschluss an einen Kopfhörer oder Kommunikationsanlage vorstellt bleibt unklar, eine Öffnung für diese Kabel scheint nicht vorgesehen und wird somit selbst gebohrt. Ich habe dafür die rechte Seite gewählt, da von dort die Verkabelung zur Sitzbank kürzer ist.

Die passende Länge des Kabels bis unter den Sitz ist durch ein Standardkabel mit Cinch-Steckern zu bewerkstelligen, da das Wandlerkabel bereits damit ausgerüstet ist. Die Anschlüsse werden mit Schrumpfschlauch fixiert und abgedichtet.
Im Nachhinein hat sich dieses Wandlerkabel mit Widerständen als absoluter Blödsinn herausgestellt. Die Anpassung der Kopfhörerlautsprecher wird dahingehend durchgeführt, dass das Ausgangssignal extrem gesenkt wird. In meinem Fall musste das Radiosignal bis nahezu zum Anschlag aufgedreht werden, dass im Helm noch etwas ankam. Der Regelbereich zwischen "kaum was hören" und übersteuert war dabei sehr klein. Wenn man den Kopfhörer direkt an den Lautsprecherausgang anschließt (Elektriker mögen mir diesen Frevel verzeihen), hat man den gleichen Effekt, nur früher in der Lautstärkeskala. Verzerrungen durch das Ausreizen des Pegels entfallen da jedenfalls. Auf jeden Fall sind "meine" Speaker nicht sonderlich übersteuerungsfest und können nur als Übergang genommen werden. Original Kopfhörerspeaker (ich habe es mit Koss-Speakern versucht) sind vom Klang her natürlich besser, dafür schwerer und leider viel zu groß.

 Die nun folgende „Kabelorgie“ ist abhängig vom vorhandenen Radio. Am Einfachsten ist da sicherlich das Original anzuschließen. Stecker rein – fertig. Auch die Anbieter von Kommunikationsanlagen dürften serienmäßig Anschlüsse an das BMW-Equipment vorgesehen haben.

 Anders bei den Alternativen. Hier muss zunächst einmal der [ Stromflussplan ] der BMW studiert werden. Welches Kabel ist wofür… Genauso der Anschlussplan des Radios, welches Kabel muss wohin…

Grundsätzlich ist das kein Problem. Da das Sony-Radio mit 4 Lautsprechereingängen ausgestattet ist (2 für die Front- u. 2 für die Headspeaker), sind die meisten Kabelenden auch schon schnell zugeordnet. Bleibt noch der Strom- und Masseanschluss. Auch der Antennen- und Adapterstecker für die Fernbedienung ist eindeutig. Auch der Anschluss des Radiointerfaces (Verbindung Sony/BMW-Lenkradbedienung) klappt vorzüglich. Kleiner Vermutstropfen: die schaltereigene LED wird nicht unterstützt. Um den Schaltzustand des Radios erkennen zu können, habe ich ein LED an den Antennensteuerungsausgang (12V) des Radios angeschlossen und in einer Armaturenbrettecke eingesteckt. Wenn das Radio nun also an ist, leuchtet diese LED dezent.

 

 

Lautsprecher im Helm
   

Nach 10 Jahren habe ich mir eine neue „Mütze“ gegönnt, einen Schuberth C2. Die Gründe zu Wahl (ohne Wertigkeit):

- Preis-Leistung
- Eingebaute Sonnenblende
- Viele Lüftungsmöglichkeiten
- Tragekomfort

Beim ersten Blick in die Innereien des Helms sieht man keinerlei Möglichkeiten Helmlautsprecher einzusetzen, wie es im alten BMW-Helm möglich war.

Durch Abtasten der Helminnenseiten wurden dann Mulden ausfindig gemacht, die für die Aufnahme von Speakern genutzt werden konnten/sollten. Aber wie daran kommen. Die Innerverkleidung aufschneiden, das wäre es wohl nicht gewesen. Und mit weiterem Abtasten konnte keinerlei Zugang erforscht werden.

Also eine Mail an Schuberth und nachgefragt, wie es denn gehen müsste. Die Antwort war nicht so überzeugend: man sollte das Schuberth-System (für knappe 1000 €) montieren lassen. Wie andere Lautsprecher eingebaut werden könnten, würde nicht mitgeteilt, außerdem verlöre der Helm dann seine Zulassung… Nicht gerade die Antworten, die ich erhofft hatte…

Der freundliche Helmhändler konnte dann aber Auskunft besorgen. Eigentlich ist es ja ganz einfach…

 1.) die zwei kleinen Schrauben an den Helmseiten herausschrauben
2.) ein Seitenteil vorsichtig nach innen drücken. Vorsichtig deshalb, weil in der jetzt entstehenden Spalte zwischen Seitenteil und Helmschale eine kleine Gummidichtung um die Klappenarretierung geführt ist, die nicht abreißen sollte.
3.) Ist das Seitenteil aus der Helmpassung heraus“gesprungen“, muss man nun das Futter abziehen. Es ist mit doppelseitig klebendem Band befestigt und kann nach der Montage auch wieder so befestigt werden. Das Bild zeigt die erfühlte Mulde.
4.) Je nach Größe der Speaker ist diese etwas anzupassen Bild Den Kabel“kanal“ nicht vergessen…
5.) Das Futter wieder aufkleben
6.) Seitenteil an Nut und Feder justieren und eindrücken. Auch jetzt noch mal auf die Dichtung achten, sie muss wieder um die Helmarretierung herum.

Das war´s eigentlich. Fummelskram, aber es geht.

 

 

 Zubehör
   

.Naja... Eigentlich ist ja alles irgendwie Zubehör, was ich hier so fabriziert habe.
Aber unter dem Stichwort "Zubehör" würde man folgendes in den einschlägigen Prospekten oder Internetseiten finden:

- Scheibe von Secdem Nach langem Hin & Her habe ich mir die Scheibe von Secdem zugelegt, welche im Vergleich zum Original spürbar größer (siehe Bild) ist und an der oberen Kante einen nach außen gebogenen Scoop aufweist, der die Luft noch einmal in andere Bahnen zwingt. Schon die erste Fahrt war eine Offenbarung: ich hörte zum ersten Mal den Motor auch außerhalb der 30ger Zone, kein Sausen und Brausen, kein Dröhnen unterm Klapphelm mehr. Einfach klasse.

- Lenkererhöhung von Fa. Hornig Diese Erhöhung ist identisch mit der der Fa. Wunderlich, nur "etwas" preiswerter...

- Topcase von Hepco Becker Und zwar das Model Journey 42. Mit der zweifarbigen Gestaltung (schwarz/silber) sieht es für meinen Geschmack ganz gut aus. Und im Vergleich zum kleineren Bruder liegt die Dokumententasche nicht unter dem Deckel und kann damit Helme verkratzen, sondern an der Seite. Der silberne Teil kann auch abgebaut und lackiert werden. Alle Teile gibt es einzeln als Ersatzteil bei HB. Einen Nachteil gibt´s natürlich auch: die Schlüssel sind extrem weich und verbiegen sich imo sehr schnell. Man sollte immer einen Schlüssel zusätzlich parat haben.

- Kofferinnentaschen von BMW und Hein G. Zur RT gehören serienmäßig Koffer. Mein Vorbesitzer hatte eine original Innentasche die ich mit übernommen hatte. Nunja... Innentaschen sind natürlich nett, wenn man mit etwas wenig Gepäck reist und am Abend nur schnell "das kleine Schwarze" aus dem Koffer braucht und nicht die ganze Kiste abmontieren will (was allerdings auch schnell geht). Allerdings nimmt eine Innentasche auch Platz weg, das ist mal ganz sicher. Speziell die BMW-Tasche, obwohl sie bestens passen sollte, benötigt aufgrund ihres steifen Materials eine gewisses Mehr. Das sollte man wissen und erst einmal ausprobieren, bevor man die heftigen Zubehörpreise zahlt. Alternativ gibt es auch Taschen von Fremdanbietern. So hat z. B. Hein Gericke eine Taschenset von denen zumindest die kleinen und mittleren Größen ganz gut zu verwenden sind.

- anderer Sitzbezug Mit meiner Textilhose hatte ich immer das Gefühl auf dem glatten Sattelbezug des Originals herumzurutschen. So lag es nahe, den Bezug zu wechseln. Dies machte eine Polsterei in Duisburg (Fa. Schuch) und das Ganze zu einem, wie ich fand, moderaten Preis. Nun ist der Bezug etwas rauer.

- Zusatzstecker Manisch panisch von Batterieausfall beim Vorgängermodell geprägt, habe ich eine zusätzliche Steckdose mit möglichem Grippzangen-Batterieanschluss installiert. Jetzt kann ich auch vom LKW Startstrom bekommen oder entsprechende Hilfestellung geben. Die Käbelchen der Standart-Bordsteckdose würden bei einem Startvorgang lediglich einmal kurz aufleuchten, das wäre es gewesen... Bei meiner alten R hatte ich diesen Anschluss unter der Sitzbank. Von dort konnte auch bei schlechtem Wetter mal das Handy auf dem Campingplatz aufgeladen werden.

- Tankrucksack von BMW An vielen anderem Maschinen kommt man sicher ohne das Orischinol aus, auch beim Vorgänger, der R 1100 R. Bei der RT ist das leider nicht so einfach möglich. Der Tank, bzw. die Verkleidung ist aus Kunststoff. Damit fallen Magnetbefestigungen durch den Rost. Auch spezielle Bandsicherungen kommen bei dieser Verkleidung nicht zu Einsatz, es gibt imo keine Befestigungsmöglichkeiten. Also bleibt nur der BMW-Sack, der allerdings durch seine Befestigungsart (Klammern und Reißverschluss) optimalen Halt findet.


Nach der Lackierung
Nach der Lackierung

Bilder Tachomontage

Bilder Elektrik

Bilder Sound im Helm