Es einer ist von den harmlosen Zwischenfällen, die auf einer Motorradtour passieren können, der Plattfuß.

Aber das reicht schon, um div. Wallungen hervorzurufen. Man hört nichts, aber man sieht - sofern man Drucksensoren man Ventil hat, hier stimmt was nicht. Und je öfter der Blick zur Anzeige geht, je öfter fragt man sich: schaff ich das noch... bis in den nächsten Ort, bis zur Unterkunft, bis zu Werkstatt...

Der gewiefte Kradler hat für diese Situationen ein Pannenset dabei (die anderen müssen ihn dann fragen... ;-) ). Wer sowas noch nie gesehen hat (so wie ich damals) darf gerne mal zusehen. Der Rest geht direkt zum Bier.

 

So wie hier sieht es also aus, das Loch. In diesem Fall ist schon der 1. Arbeitsgang, das Aufbohren, erledigt.

Was ist das denn?

Leckerlies für Wadenbeisser oder ein Salami-Snack vom Vorjahr?

Nein, das ist das Zaubermittel, was uns die Mobilität wieder herstellen soll, der Dichtstoff, aus dem die geplatzten Tourenträume sind.

Diese "Wurst" (klebt wie Sau) wird nun mittig auf die Ahle gefummelt...

dick mit Kleber versorgt...

...ja, so ist schön...

...und dann vorsichtig ins Loch eingeführt.

Vorsichtig deshalb, weil man im Eifer des Gefechtes gerne zu tief einführt - und dann ist der Stoppen weg.

Er sollte bis zu Mitte eingeführt sein, sodass...

...noch ein gutes Stück draußen zu sehen ist. (Ich lasse mich jetzt zu keiner Äußerung zur Optik dieses Verfahrens hinreißen).

Es ist etwas fummelig die Ahle heraus, den Stoppen aber im Loch zu lassen. Mit ein wenig "Gefühl" geht´s aber, ehrlich.

 

 

Pause. Der Stoppen muss trocknen. Jetzt erst mal ein Bierchen. Danach wird der überstehende Rest abgeschnitten.

Jetzt kommt der spannende Teil, wie viel Druck kann eine der beiliegenden Pressluftkartuschen aufbauen?

Eine Kartusche = gar nix.
Zwei Kartuschen = nix zu sehen
Drei Kartuschen = auch nix zu sehen, aber die Druckluftanzeige der K16 zeigt knapp 1 bar.

Das reicht nicht um mit vollem Gepäck über die Autobahn zu fahren, in meinem Falle aber um bis zur nächten Tanke zu kommen. Dort wurde dann richtig aufgepumpt und - man staunte - auch die volle Ladung von 2,9 bar hat der Stoppen ausgehalten.

 

Damit gings dann ins nächste Gummigeschäft und ein neuer Pneu wurde für die Heimfahrt aufgezogen.

 


(Keine Aufregung, zwischen Bier und Werkstattfahrt lag noch eine Nacht im Schlafsack).

Bleibt die Frage, reichen die Druckluftkartuschen um halbwegs wieder flott zu werden? So wie ich die Sache sehe - nein. Max. für die vorsichtige Fahrt zur nächsten Tanke. In abgelegenen Gegenden bleibt nur eine kleine elektrische Luftpumpe und viel Geduld.