Unterhaltungselektronik

Wenn man nun eine Maschine mit Navi-Anschluss hat, ja, auch ich bin nicht ganz gefeit vor Manipulationen der Werbewirtschaft, dann muss halt auch das passende Navi her. Und so gab es dann auch die 2. Neuerung, den Navigator 5. Zwei neue Sachen auf einmal, dass muss zu Komplikationen führen…  

Die Ausstattung meiner „K“ enthielt das Radio, die Navi-Vorbereitung und das USB-Anschluss-Set.

Die Unterbringung des Navis erfolgt vorn im Cockpit. Das ist eigentlich ein durchdachtes Feature, das Navi ist gut untergebracht und vor „Spontanentnahmen“ beim Parken geschützt. Allerdings offenbart diese starre Unterbringung auch schon einen gravierenden Nachteil: auf störende Lichteinstrahlung kann nicht reagiert werden. Was den reinen Blickwinkel angeht liegt das Display „goldrichtig“ vor den Augen, aber für eine Vielzahl von Sonnenstrahlen auch. Es ist in der Neigung zu sehr dem Auge zugewandt und müsste steiler stehen um nicht jeden Sonnenstrahl von hinten oder jede Reflexion vom Helmvisier zurück zu werfen.

 

Fangen wir mal mit dem Navi5 an. Was ist anders als bei anderen (hier im Vergleich mit Zumo 660)?

Erster Unterschied: es startet viel schneller, die Satelliten werden schneller erkannt. Die Bildschirmgröße ist ein wenig größer geworden, das macht aber optisch nicht viel. Allerdings fürs Handling im eingebauten Zustand ist der optionale passenden Cockpit-Schacht nötig, da in den meisten Kartenansichten die Informationsfelder an der unteren Bildschirmseite liegen und vom alten Rahmen verdeckt werden.  (Für BMW ein schickes Zubrot, Preis (Stand 10/2014) ca. 35,- €. Absicht? Ein Schelm…)

 

Eine weitere Neuerung: das Navi5 hat keinen Lautsprecher mehr. Es passt zwar an die Kontaktleiste des 660gers, aber dann eben ohne Sprachunterstützung. Und so fragt man sich dann auch, warum ein „Musikplayer“ integriert ist, der zur Funktion einen Bluetooth-Kopfhörer benötigt, der „Bildbetrachter“ aber in die Developer-Ansicht verschwunden ist (aber dort auch nichts anzeigt, noch nicht einmal gemachte Screenshots). Fürs Auto gibt´s inzwischen eine Halterung mit Speaker… (Preis so um die 90,-€)

 

Im Großen und Ganzen sind die Funktionen hinter den Icons gleich geblieben, lediglich die Navigation ist etwas anders, ich empfinde sie bis auf wenige Punkte eingängiger. Warum allerdings die aus BaseCamp übernommenen Routen im Verzeichnis „Apps“ zu finden sind und nicht unter „Zieleingabe“ scheint nicht wirklich logisch.

 

Die Kartenansicht kann vielfältig geändert werden. Es stehen eine Menge von Farbnuancen zur Auswahl, es können jetzt auch topografische Kennzeichen eingeblendet werden (nennt sich „3D-Gelände“ und liefert „Schatten“ von Berghängen ect.) oder 3D-Gebäudedarstellungen. Allerdings muss jeder selbst ausprobieren ob das alles für ihn Sinn macht, gerade die Schattendarstellung scheint die Kartensichtbarkeit zu verschlechtern.

 

Äußerst positiv empfinde ich, dass nun auch POIs auf jeder Kartenebene angeboten werden. Die Erkennung von z. B. Tankstellen auch neben der Autobahn finde ich hilfreich.

Funktional gibt es ein paar Erweiterungen. So können jetzt Routen mit der Ambition „kurvenreiche Strecke“ erstellt werden. Und steht man vor der Totalsperrung einer Straße kann die Funktion „Umleitung“ weiterhelfen. Diese Umleitung kann dann auch für nachfolgende Fahrten in die Route mit einem Klick eingearbeitet werden.

 

In div. Foren wird von Problemen berichtet, dass beim Verlassen einer Route nicht mehr zurückgefunden wird.

Das kann ich so nicht bestätigen. Sowohl die Umleitungsfunktion als auch das Abschweifen von der Route (z. B. wg. Streckensperrung) hatte keinen negativen Einfluss auf die Routenführung.

 

Verbesserungspflicht ist imo der Sattelitenempfang in „schwierigem“ Gelände. Dazu braucht es gar nicht durchs tiefe Tal zu gehen, ein dicht bewaldeter Hang reicht schon, dass die Fahrzeuganzeige auf der Karte schon mal die Straße verlässt. Bis dato hat dies noch nicht zu Problemen geführt, ich bin mir aber nicht sicher wie sich das System verhält, wenn in einem „verlassenen“ Routenteil eine Abzweigung liegt.

(Stand: Software 2.90, Karte 15.20)

 

Die manuelle Routenerstellung (Startpunkt, Endpunkt, Zwischenziele einfügen) funktioniert wie gewohnt. Aber das ist natürlich nur eine Variante zum Ziel.

Vor der Harz-Tour mal eben die Software und die Karten auf den aktuellen Stand (V 15.20) bringen, dauert beim Zumo 660 3 bis 4 Std. Abends gestartet, morgens fertig. Beim Navi5 brauchte ich 24 Std. und unzählige Restarts. Das war jetzt nicht wirklich prickelnd. Ob es an der getunten BMW-Ausführung und damit an einem anderen Kartensatz liegt oder Garmin schlicht einen schlechten Tag hatte, beim nächsten Update wissen wir mehr. (Nachtrag: mit einem neuen Laptop geht das Update innerhalb von einer Std., also alles ok.)

 

Ich weiß nicht welche Anforderungen der Standard-Biker an ein Routenprogramm hat. Das, was Garmin mit „Base Camp“ © anbietet erscheint mir wie mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Oder anders: wenn man ein paar Briefe schreiben will braucht man auch nicht gleich das ganze Office-Paket. Diese Software macht mich wahnsinnig. „MapSource“ war schon schlimm, BC ist noch eine Schüppe drauf. Vielleicht habe ich auch nur eine innere Sperre. Oder ich bin zu alt. Oder zu blöd.

Die optische Anmutung ist schon eine Zumutung.

 

Da sind Millionen Lichter – quatsch – Millionen Punkte auf der Karte, für Abzweigungen, Wegepunkte (?), ja auch Ortschaften. Zurechtfinden kann man sich da nur sehr schwer. Alle Städtenamen haben die gleiche Größe, egal ob Kuhdorf oder Weltstadt. Geografische Orientierungen (Flüsse, Berge, Wälder) sind nur schwer zu erkennen.

 

Hier gibt es eine ausführliche Beschreibung zu BC http://zellhöfer.de/hob_BcBuch.htm

Herr Zellhöfer hat sich sehr viel Mühe gegeben und dafür gebührt ihm nicht nur mentaler Dank. Sympathisch wird mir allerdings BC dadurch auch noch nicht.

 

Allerdings gibt es auch nicht viele Alternativen.

„Tyre“ wäre so eine, allerdings braucht die Software einen permanenten Online-Kontakt zum Kartenwerk (google.maps). Also auch nicht so wirklich toll.

 

Hat man es dann doch endlich geschafft eine Route zu erstellen und zu übertragen findet man sie im Navi5 unter den „Apps“.

Wir fahren los, die Frage „möchten Sie zum Anfang der Route navigieren?“ gibt es nicht mehr. Dies wird scheinbar vorausgesetzt. Auf einer K16 werden die Routenansagen und das Radioprogramm über einen „Kanal“ verarbeitet, dabei unterdrückt die Navi-Ansage selbstverständlich das Radio.

Manchmal, nach einer Pause z. B., verweigert das Navi aber auch weitere akustische Mitarbeit und sagt keinen Mucks mehr während das Radio weiter dudelt (hat also nix mit einer möglichen BT-Unterbrechung zu tun). Warum das so ist und wie man das evtl. vermeiden kann? Keine Ahnung.  Eine Anfrage bei BMW geht auf dieses Problem nicht ein. In der Praxis kann es helfen, die Navi-Ausgabe am Gerät einmal aus- und wieder einzuschalten.

 

Was aber machen, wenn man nur Navi-Ansagen aber kein Radiogedudel hören möchte?

Schauen wir mal die Bedienungsanleitungen… da steht nix von so einem Quatsch drin. Einmal Radio – immer Radio. Basta.

Die Antwort in einem Forum dazu war: stell die Soundquelle einfach auf AUX. OK, dann gibt´s kein Radio. Aber evtl. AUX. Zunächst habe ich das als einen in vielen Fällen gebrauchsfähigen „Workaround“ gesehen. Aber die offizielle Antwort der BMW-Hotline sagt das Gleiche. Komisch, meine TV-Fernbedienung  hat eine „Mute“-Taste, mein Autoradio hat eine, selbst meine ehemalige Trophy hat eine Mute-Stellung. Nur BMW schafft das nicht… Oder wurde diese Funktion schlicht und einfach vergessen?!

 

Wie inzwischen viele Geräte bietet auch das „K“-Radio die Unterstützung von Apple-Geräten an. Wie schon selbst erlebt und praktiziert reicht im Norm-Fall dann der Anschluss des iPods oder iPhones mittels des stinknormalen Apple-(Lade)Kabels an eine USB-Buchse. Nicht so bei BMW, hier wird ein spezielles Kabel für den kleinen Preis von 40,- bis 50,- € (je nach Quelle) erforderlich. Da dies eigentlich  technisch nicht nötig ist (siehe eben andere Verwender) handelt es sich hier wieder um ein BMW-typisches Zubrot.  

Versucht man einen Anschluss eines iPods mittels eines „normalen“ Y-Kabels wird der iPod als „AUX“-Gerät erkannt. (War da nicht was mit AUX…?). Wer in den einschlägigen Online-Kaufhäusern sucht findet dort allerdings preiswertere Alternativen, aber Vorsicht, nicht alle beinhalten auch das benötigte BMW-Feature.

 

Bleibt dann noch ein USB-Stick. Ich habe mal einen Stick mit drei Verzeichnissen ausgestattet und die mit jeweils ca. 50 mp3-Dateien gefüllt. Ergebnis: USB-Stick wird als USB-Gerät erkannt (AUX ist frei – haha…). Mittels der „Mode“-Taste können z. B. nun die unterschiedlichen Folder ausgewählt werden. Scheint also zu funktionieren, dann werde ich mal die Folder füllen.

 

Wie kommt nun der Sound ans Ohr? Klar, per Lautsprecher. Oder via Bluetooth. Eine Kabelverbindung ist nicht vorgesehen und wird auch von keinem Drittanbieter angeboten, soweit ich recherchieren konnte. Das Bluetooth-Pairen geht fix und das System erkennt auch Bluetooth-Geräte, die nicht von BMW sind. Bei mir z. B. das Helmset von „BlueBike“. Allerdings ist dann wieder die Lautstärkeregelung über das Motorrad nicht möglich und muss mittels der Helmsoftware passieren. Und dann kommt es, wie es kommen musste, die Verbindungen zwischen Radio und Helm brechen unerwartet ab. Die Verbindungszeiten nehmen von Start zu Start zu, bis sich keine Verbindung mehr aufbaut. Ein Neustart der BMW oder Helmsoftware hilft gar nicht, es hilft nur noch ein erneutes Pairen. Auch das kann eigentlich nicht Stand der Technik sein, einfaches Senden und Empfangen sollte ohne Mucken funktionieren, zumal keine anderen Geräte BT-mäßig aktiv waren. Ob es jetzt an der BMW- oder BlueBike-Bluetooth-Version liegt? Die einen sagen so, die anderen… (Nachtrag: nach mehreren Monaten ist die Verbindungsunterbrechung nahezu gleich Null. Entweder hat ein Softwareupdate bei einer Inspektion die Hilfe gebracht oder die Blauzahn-Nutzer haben sich aneinander gewöhnt.)

 

Kommunikation zwischen Fahrer und Sozia über das Bordnetz geht übrigens nur und ausschließlich mit den BMW-eigenen BT-Geräten. Wer an den originalen BMW-Bluetooth-Geräten interessiert ist sollte sich auf jeden Fall erst einmal in den einschlägigen Foren informieren. Auch dort gibt/gab es Probleme.

 

„BlueBike“ selbst bietet mit der „BlueTwin“-Box eine Alternative zum BMW-Bluetooth an. Hier wird das Motorradsystem vor den Lautsprechern angezapft und in eine BT-Box geleitet. Für die BMW hat es den Anschein, dass es bei der „Lautsprechernutzung“ bleibt und somit auch bei der Lautstärkeeinstellung via „Wheel“. Kommt es aber zu einer BT-Verbindung zwischen Helm & Box, wird die Lautsprecherausgabe automatisch abgeschaltet und auf BT umgeswitched, das BMW-System merkt davon nix. Über diese Box kommunizieren dann auch BMW-Fremd-Geräte. Ob die 300,- € (Stand 2014) dafür lohnen muss jeder für sich entscheiden und ist sicherlich davon abhängig, welche BT-Funktionen (SmalTalk mit Sozia o. Ä., Telefon) man benutzen möchte. Laut Nutzerurteil sind damit aber auch die Bluetooth-Ausfälle Geschichte…

Mal abwarten wie hoch der Leidensdruck wird.

 

Ein Nachteil beim Motorradfahren ist ja, dass man eigentlich nur wenig von dem vermitteln kann, was einen am Motorradfahren so begeistert. Diese Emotionen liegen dabei sicherlich so weit auseinander wie es Unterschiede zwischen Tourenfahrern und „Knieschleifern“ gibt. Aber das Grundproblem dürfte das Gleiche sein. Mit Worten kann man nicht alles erzählen.

Um dieses Mako zu beheben haben findige Asiaten die „ActionCams“ erfunden. Mit diesen Dingern gelingen Ein- oder auch Ausblicke, die bis vor kurzer Zeit – wenn überhaupt - für einen Privatmann nur mit großem Aufwand zu bewerkstelligen waren. Diese Zeiten sind aber vorbei.

Was liegt also näher, als auch eine „K“ mit einer Cam auszustatten.

Die heute (Stand 10/2014) am Markt befindlichen Angebote bieten eigentlich schon eine Menge an Zubehör, gerade im Bereich der Kamerabefestigungen. Aber so wirklich Tolles für eine sichere Befestigung an der „K“ habe ich noch nicht gefunden.

 

Kamera auf dem TC oder Seitenkoffer? Nee, ich möchte nicht den halben Bildschirm mit schwarzer Jacke ausfüllen.

Kamera auf dem Sturzbügel? Geht sicher für ein paar Szenen, aber auf Dauer nicht das, was ich mir vorstelle.

Kamera am Helm? Hm.. ja, auch für ein paar Szenen, aber die ganze Zeit mit einem „Vogelnest an der Mütze“ rumfahren möchte ich auch nicht.

Aber halten die Saugnäpfe für eine lange Befestigung an der Verkleidung?

Mir pers. wäre eine fest verschraubte Verbindung am Liebsten. Aber so was habe ich noch nicht gesehen…

 

Bleibt über Winter also was zu tun.