Unter der Haube


Die Kunststoffplatten auf einer Honda Goldwing montiert sind Verkleidungen genannt.“ Ein herrlicher Satz, der die (De)Montage der GW-Verkleidung einleitend beschreiben soll. (siehe http://www.inmacopral.com ) Leider ist der Text - nicht zuletzt aufgrund der merkwürdigen Übersetzung – nicht wirklich zu gebrauchen. Daher hier der Versuch, die Sachen - im Laufe der Zeit - etwas besser zu erläutern.

 

Interessant sind im Anfang die beiden markierten Teile. Auf der rechten Seite befindet sich dahinter der Öleinfüllstutzen, auf der linken Seite der Sicherungsträger und die Batterie. Und natürlich das „Handschuhfach“ oder wie man das immer nennen möchte, auf der linken Seite des Cockpits, bzw. der Platz darunter. Rechts gibt´s sowas auch, nur ist da kein „Fach“ darunter sondern der Kühlwassereinfüllstutzen. Deshalb muss man hier auch schrauben, nicht nur Pinne drücken. Es hat den Anschein, dass man, um an die wichtigsten Teile zu kommen, nicht sofort die ganze Verkleidung zerrupfen muss.

 

Das Interesse an der Karosse liegt a) in der Neugier (was sich wohl dahinter verbirgt? Man kennt das vom Ü-Ei) und b) in der Tatsache, dass doch einige kleine Features nachzurüsten sind. Für mich fehlt z. B. ein „Zigarettenanzünder“/eine Steckdose (bei dem auch ein USB-Ladestecker passt). Allerdings sollte er schon eine vernünftige (vom Querschnitt her) Verdrahtung haben. Der unter dem „Handschuhfach“ links vorhandene Stecker scheint mir nicht so passend verkabelt zu sein. Denn auch ein externes Navi und ein Bluetooth-Sender brauchen „Saft“.

 

So gibt es im Sicherungsboard die +/- Anschlüsse mit der Bezeichnung ACC. Dort lassen sich zusätzliche Stromabnehmer einfach anschließen. Zur Kabelführung – und da wären wir dann wieder beim Thema – muss u. U. das eine oder andere Plastikteil entfernt werden. 

Vier Schrauben halten die Sitzbank. Sie zu lösen ist einfach, sie dann nach hinten und nach oben ziehen nicht mehr so ganz. Es ist einfacher, wenn man auch die Rückenpolsterung (zwei Schrauben) entfernt. Achtung: Sitzbank und Lehne sind verkabelt! Unter der Sitzbank sieht man viele Stecker. Je nach Länder-Ausbauform werden hier die einzelnen Komponenten angeclipst. In wie weit diese für andere Dinge zu brauchen sind müsste man erfragen oder testen. So weit bin ich aber noch nicht.

Es kann nun auch das Seitenteil links einfach abgezogen werden (Plastiknasen!), dann sollte es nicht mehr schwer sein, das Kabel nach vorn zu bekommen. Ich habe mir im Zubehör bunte Kabel besorgt, damit man gut unterscheiden kann, was Original und Zubehör ist. Wer möchte kann die Kabel in einem schwarzen Schrumpfschlauch zusammenfassen. Nichts sieht blöder aus, als unpassende Kabel hinter Verkleidungsfugen. Ist alles versteckt und die Kabel gesichert kann wieder alles zusammen gesteckt werden. Die Sitzbank sollte zuerst montiert werden. Sie hat an der Seite jeweils eine Plastiknase, die hinter die Seitenverkleidung gehört. Dies bei platziertem Seitenteil zu versuchen ist mehr als nur Fummelskram.  Ich pers. habe mich beim ersten Mal bei den vier Sitzbankschrauben schwer getan, die Gewinde auf der Innenseite zu finden. Daraufhin habe ich die Gewindeaufnahmen an der Außenseite weiß markiert. Mit ein wenig Glück sieht man jetzt beim Durchschauen durch die Schraubenlöcher die ungefähre Position. Noch besser wären vorn „angespitzte“ Schrauben, sie würden sich einfacher das Gewinde suchen. Man sieht an den Griffen und der Verschraubung, hier wurde „für die Ewigkeit“ gebaut. Man hat den Eindruck, man könnte die GL an den Griffen aus dem Matsch heben. Leider ist das nicht überall so.

 

Ganz das Gegenteil sind alle Klappen. Z. B. die Tankklappe oder die Döschen rechts und links des Soziasofas. Das scheint alles etwas „spillerig“. Auch das links im Cockpit befindliche „Handschuhfach“. Dort während des Ausflugs einige Artikel unterzubringen ist verlockend, nur abschließbar ist die Box nicht. Falsch gespart. Außerdem wird – wenn vorhanden - unter der Box elektronisches Zubehör eingebaut. Auch dieses ist somit eigentlich frei zugängig. Nicht gut. Die (De)Montage ist simpel, eigentlich zu simpel. Vier winzige schwarze Kunststoffnippel halten die Box. Die Gefahr, dass sie mal runterfallen ist vorhanden, sie dann aufgrund ihrer Schmächtigkeit und Farbe nicht mehr zu finden groß. Um die Box endgültig heraus zu bekommen muss noch der Seitenrand der Verkleidung abgehebelt werden. Ein dünnes Bauteil, also Vorsicht. Und die Box selber? Im Vergleich zu anderen Komponenten auch „billig“ gemacht. Am abgewinkelten Teil ist die Markierung zur Montage eines Zig-Anzünders zu sehen (Kreis mit Kreuz). Hier soll die Steckdose nicht stören. Durch das Bodengummi ist die Kabelverbindung zum Anschluss eines iPhones o. Ä. via Rundstecker möglich. Ein entsprechender Anschluss an die Bordverkabelung ist bereits vorgesehen.

Wer seine GW verladen oder sonst wie festzurren muss/möchte sollte nach mehrfach gelesenen Hinweisen nicht die seitlichen Schutzbügel vor den Koffern nehmen. Je nach Stärke der einwirkenden Zugkräfte soll es zu Verformungen kommen können. Ich hab´s nicht ausprobiert sondern die zwei kleinen Seitenteile (violett markiert) entfernt - jeweils eine Schraube und zwei Nippel - und dann Zurrschlaufen um den dahinter befindlichen Rahmen geführt. Das hat super funktioniert. Wenn es darum geht das "Goldstück" festzuhalten, möchte ich es gerne ohne Zweifel machen.