Einkaufen

 

Und da nähert sich wieder die alles entscheidende Frage: wo kaufe ich ein? Jeden Tag neue Entscheidungen.

Oder anders ausgedrückt: wieder mal das Henne/Ei-Problem. Was war zuerst da: fehlende Händler vor Ort, somit das fehlendes Angebot?  Oder mangelnde Nachfrage wg. der Online-Konkurrenz? Es lässt sich trefflich darüber streiten. Meine Beweggründe so einzukaufen, wie ich es mache - abgesehen davon, dass ich seit Monaten kein Fahrzeug habe -  haben auch eine Historie, die manchen vermutlich nicht gefallen wird.

Fangen wir mal mit was ganz Einfachem an. Einschlagmuttern, 6mm. Die bekomme ich sogar in unserem örtlichen Baumarkt. 8 Stück für knappe 4,- €. Ohne großes Suchen gibt es bei einem Versender  500 (!) Stück für 18,- €, oder 100 Einschraubmuffen für 14,-. Ich glaube, da gibt es nicht viel zu beschönigen. Lt. Verpackung kommt da nichts aus China. Das beruhigt doch das Gewissen etwas.

In unseren 2 Baumärkten gibt es auch Werkzeug, klar. Aber nichts, was über den normalen Rahmen hinaus geht. Schubstangenspanner? Vollkommen unbekannt. Kreissägeblatt der 250cm-Klasse? Mit viel Suchen war eines zu finden, leider nur für Grobschnitte, obwohl eine Bosch-Kreissäge mit gleichem Blattmaß zum Verkauf angeboten wurde. Eine Bosch-Spannzange 8mm für eine Oberfräse: ham wa nich. Noch nicht einmal einen Bündigfräser. 
Wundert sich da jemand über einen problemlosen Einkauf beim großen "A"?

 

Ja, die Kreissäge. Dass es Sägen in unterschiedlichen Qualitäten für unterschiedlichste Ansprüche gibt, ist ja nicht neu. Dass in zwei Baumärkten eine (1) Säge zu sehen war, stimmt nicht wirklich froh.  Komischer weise gab es viele Standbohrmaschinen und noch mehr Kappsägen. Bandsäge? Hä? Wo soll man also kaufen? Holzspalter gibt es überall. Kaminheizer sind wohl keine Heimwerker.

Ich will da gar nix schönreden, im WWW einkaufen kann auch sehr frustrierend sein, Maschinenkauf nervt, siehe das Beispiel: Schleifmaschine

 

Zunächst überwältigt einen die schier unübersichtliche Masse der Geräten bzw. Angeboten. Hat man sich für eine Bauart oder ein Budget entschieden, stellt man fest, dass es doch gar nicht so viele Geräte sind. Z. B. Bandschleifer - es ist schon merkwürdig. Setzt man sich ein Limit bei Kauf  eines Bandschleifers, findet man EIN Modell bei allen Anbietern. Die Geräte sind – soweit erkennbar und in den Angeboten beschrieben – nahezu identisch. Lediglich die Farbe wechselt (ich hoffe, ich habe keine Farbkombi übersehen…) oder eine Einstellmutter hat eine andere Form. Auch die Testergebnisse sind entsprechend… (wer suchet, der findet… oder schaut mal hier https://www.youtube.com/watch?v=bOrhMiIjK_0

Wechselt man das Modell… ändert sich nicht viel

 

Ohne Gummifüße…

Mit Gummifüßen

Ändert man die Preisklasse…

(Kein Anspruch auf Vollständigkeit)

 


Ich habe keinen Bock mehr auf Schleifmaschinen. Entweder gibt es Schrott in allen Farben, oder die Preisspanne muss um ein Vielfaches angehoben werden. Max. wird es wohl ein Handschleifer im Stationärbetrieb werden. 

Aber selbst dort, wo man davon ausgehen sollte, dass es sich um ein im Thema „Wohnmobilbau“ fachlich und sortimentsmäßig angesiedelten Unternehmen handelt… Pustekuchen.
Die Fa. Reimo z. B. bietet mehrere Modelle von Sitzbänken mit Gurtbock  (mit und ohne Polsterung) an. Was liegt also näher, als einen Reimo-Shop (die Namensgebung hätte stutzig machen müssen )zu besuchen.  Und bei einem Katalogpreis von fast 2.000,- € ist eine pers. Inaugenscheinnahme ja bestimmt nichts Weltfremdes. Also ab nach Bochum. Ich bin fast geneigt zu sagen: „natürlich“ gab es nicht eine einzige Bank in der Auslage, und „natürlich“ war auch der Fachmann für Sitze und deren Befestigung gerade an diesem Tage nicht anwesend. Zur Ehrenrettung von Reimo muss ich allerdings sagen, dass man sich auf der Camping-Messe in D-dorf erstaunlich viel Zeit mit meinen Fragen genommen hat und auch pers. Hilfe anbot, falls es im Zusammenspiel mit dem TÜV zu „Missverständnissen“ kommen sollte. Allerdings gab es auch dort keine Ansichtsartikel.


So setzt sich Kapitel für Kapitel (für mich) ein Gesamtbild zusammen. Und das ist nicht wirklich berauschend. Selbst ein Buchhändler ist heute kein Buchhändler mehr. Auf der Suche nach U. Doldes „Wohnmobile“ bin ich dann zur größten Buchhandlung in der City gefahren. Können sie nix für, ausverkauft, nicht verfügbar, neue Auflage kommt bald. Ob sie es überhaupt gehabt hätten? Keine Ahnung, ich vermute, nein. Denn was ich dann so sah, hat mich doch überrascht, leider nicht so wirklich positiv. Da gab es den Tisch mit den Weihnachtsempfehlungen, gut 20 verschiedene Bücher, jeweils im 10ner-Pack drapiert. Dann den Tisch mit den Neuerscheinungen: von den 20 Büchern liegen schon 18 auf dem „Weihnachtstisch“. Am „Krimi“- und am „Fantasie“-Tisch teilen sich dann die beiden ersten Sortimente nochmals etwas anders auf. „Unsere Bestseller“ führt dann alle wieder zusammen. Wirkliche  Auswahl? Unter diesen Umständen hätte sie an diesen Stellen größer sein können. Dafür gab es aber Briefpapier, Kaffeetassen, Kerzen und deren Ständer, Brettspiele, Engel, Deko-Kram und was weiß ich noch alles. Vielleicht findet man in nicht allzu ferner Zukunft beim Metzger auch keine Mortadella mehr (a Wurscht is ja e´ Pfuideibel).

 

Apropos „Brettspiel“. Ich versuche es noch einmal den Shop mit dem große „A“ mal nicht zu nutzen und bestelle ein Spiel direkt beim Verlag. Die Bestellung wird angenommen, dass das Spiel z Zt. gar nicht lieferbar ist, wird aber nirgendwo mitgeteilt. Auch gibt es keine Hinweise wie man an die Info kommen könnte. Nur mit viel Geduld konnte man auf der Herstellerwebseite einen entsprechenden Hinweis finden. Warten tun wir doch gerne. Als Kunde bleibt man uninformiert, was imo nicht für ein besonderes Interesse an einen Direktkontakt zu bewerten ist. Der Kunde hat sich selbst um den Status der Bestellung zu kümmern und so erfährt man dann irgendwann, dass es erst im Oktober 2018 zu einer Neuauflage kommt. Ende Oktober ist weder unter den Rubriken "Verfügbar", "Bestellrückstände" oder "Sendungsverfolgung" die Bestellung zu finden. Auch eine Abbuchung des Kaufbetrages hat nicht stattgefunden, sodass ich davon ausgehe, dass keine Lieferung unterwegs ist. Auf Rückfrage wird mitgeteilt, dass die Sendung unterwegs ist. Die Sendungsverfolgung wird erst am Tag der Lieferung angeboten... 
Wundert sich da jemand über einen problemlosen Einkauf beim großen "A"? Das hät max 48 Std. geklappt.

 

Ich bestelle Schubladenauszüge direkt beim Händler. Es kommt – sehr schnell – die Lieferung. Leider nur die Hälfte der Bestellung.  Der Rest? Auf dem Lieferschein kein Hinweis ob es sich um eine Teillieferung handelt oder der Rest schlicht vergessen wurde. Also wieder Rückfragen. „Da ist wohl was vom Band gefallen…“.  Fünf Tage später noch keine Nach- oder Neulieferung. Und die Baustelle hat Ruh.

 

Im Juli bestellte ich die Drehkonsolen für den Bus direkt beim Anbieter. Lieferzeit mehrere Wochen, was nicht schlimm war. Dann die Bitte um Geduld „…wegen Sommer- bzw. Betriebsferien verschiebt sich die Auslieferung auf Woche 41/42.“ Auch das kann ich verkraften, da der Bus ja auch „Verzögerung“ hat. Inzwischen ist der Oktober vorbei und somit auch Woche 41/42. Von den Drehkonsolen keine Spur. Schlimmer noch, im Internet wird jetzt eine Lieferzeit von bis zu Woche 51 angezeigt. Superservice, Hauptsache das Geld wurde via PP schon mal eingesackt. Also wieder Nachfragen. "Sorry, Probleme mit dem Zulieferer, der bekommt es nicht gebacken, zu viele Aufträge..." Schon mal über anderen Zulieferer nachgedacht? "ja, aber keine freie Kapazitäten..." Holla, Fachkräftemangel bei der Drehkonsolenherstellung? Als Akt des guten Willens gibt es schon mal die Frachtkosten zurück. Aber der genannte Nachsendetermin ist inzwischen (Woche 50) auch schon wieder vorbei. 
(Nachtrag: Hosianna! Nach 145 Tagen haben es die Fa. Prinzip3 und die Zulieferer geschafft die Konsolen zu liefern. Das war eine der langwierigsten Bestellungen, die mir so spontan einfällt.)

Ich habe die Nase voll. 

 

Den Gipfel schießen allerdings die Autohersteller bzw. deren Dependancen ab, in Auszügen zu lesen auf der „Landyacht-Gedanken“ – Seite. Vielleicht mache ich da auch noch mal ein eigenes Kapitel, dazu muss ich aber erst etwas Abstand zur Scene gewinnen. So viel geballtes Desinteresse einem gewillten Kunden gegenüber ist schon beachtlich. Man scheint es nicht nötig zu haben. Ich werde mein Fahrzeug im Internet bestellen. Mal sehen, wo ich ihn dann abholen kann.

 

Kaufe ich also etwas beim heimischen Händler? Ja, den Kasten Bier. Ansonsten kann ich mir nicht viel vorwerfen, um den heimischen Handel oder Anbieter/Herteller direkt soweit wie möglich mit ins Boot zu holen. Die Jammerei kann ich jedenfalls nicht mehr ernst nehmen.