Was an einer RT anders ist

Meine ganz subjektiven Ansichten…

Da steht sie nun die „neue“ RT, endlich zuhause. Ganz in Ruhe einen Gang um die Maschine machen, mit der Hand über den großen Soziussitz fahren und denken: 3,2,1 – meins, das Breitmaulfroschgrinsen in den Backen. Na dann, mal eine Runde um den Block machen…

Als Umsteiger von einer „R“ fällt auf, dass ich mir einen anderen Bewegungsablauf für das „Ein- und Ausfahren“ meines „Fahrgestells“ auf die Fußrasten aneignen muss. Bei den ersten Stopps an den Ampeln trete ich erst einmal gegen die Verkleidung. Gleiches gilt für die Nutzung des Seitenständers, wenn man schon/noch auf der Maschine sitzt. Besonders das Einklappen ist einfacher auf der RT, wenn man weiß, wo der Ständer ist; sehen kann man ihn in ausgeklapptem Zustand nicht. Die Eingewöhnung geht blitzfix, dafür sorgt schon das problemlose Fahrverhalten. Der Umstieg von der „R“ auf die „RT“ gelingt ohne negative Aha-Effekte. Neu ist für mich auch, dass man direkt vor dem Fahrzeug nichts mehr sehen kann, was eine etwas „weitschauendere“ Fahrweise in ungeradem Gelände nötig macht. Das Vorhandensein einer Scheibe war für mich nicht neu, hatte doch meine „R“ auch schon eine. Allerdings ist der Lärmpegel jetzt, bei voll ausgefahrener Scheibe, wesentlich niedriger. Und, das ist sehr wichtig, man spürt die Geschwindigkeit nicht mehr so. Jetzt rappelt weniger Fahrtwind an der Hose, schüttelt nichts mehr so richtig an der Schulter und bei 120 km/h ist das Visier noch hoch. Ohne dass ich es drauf angelegt habe, sind die 180 km/h schon weit überschritten. Hier ist Selbstkontrolle erforderlich!

Aber es gibt ja auch ein paar Sachen, die – zum größten Teil Bauart bedingt – nicht so wirklich optimal geraten sind.

 

 

Da wären z. B.:

Die Ölstandskontrolle – War die Ölstandskontrolle schon immer ein Hort der allgemeinen Belustigung wenn Nicht-BMW-Fahrer zugegen waren, ist es bei der „RT“ nun zum dramatischen Schauspiel geworden. Ein kleiner Ausschnitt in der Seitenverkleidung lässt im Hintergrund das Kontroll-Auge erahnen, aber nur wenn der Blick in fast rechtem Winkel einfällt. Wie das aussieht, wenn der Ausschnitt ca. 30 cm über dem Asphalt liegt, kann sich jeder vorstellen. Als wenn das nicht schon genug wäre, erkennt man erst einmal nichts, es ist zu dunkel ums Auge! Merke: Zur Ölstandskontrolle brauchst Du, je nach Untergrund, einen „Gebetsteppich“, damit der Kniefall für die Hose ohne Folgen bleibt, und eine Taschenlampe.

In einer schlaflosen Nacht ist mir der bescheuerte Gedanke einer Ölstandskontrollaugenbeleuchtungseinheit durch den Kopf gegangen… Auf was für Gedanken man kommt…

Öl nachfüllen –  konnte früher noch eine ruhige Hand das Nachfüllen evtl. ohne Hilfsmittel bewerkstelligen geht jetzt ohne Trichter nichts mehr. Auch die Benutzung eines verschließbaren Ölstopfens erfordert Dank einer minimalen Verkleidungseinbuchtung nun einen ausgeglichenen Gemütszustand beim Öffnen und Schließen.

Batterieaustausch – die Unterbringung der Batterie gehörte – zumindest  bei den BMW-Modellen die ich kenne – noch nie zu den Sternstunden der angewandten Gebrauchsfähigkeit. Zumindest eine halbe Tankdemontage ist immer nötig. Bei der „RT“ ist zunächst erst einmal die linke Seitenverkleidung fällig. Außerdem muss der Luftschnorchel zum Luftfilter raus, d. h. Verschraubung des Schnorchels lösen, Kabel von Luftfilterkasten lösen, Metallspanner abknipsen (wie bekommt man die eigentlich wieder dauf ohne sich die Fingernägel beim Rauspopeln abzubrechen?), Deckel entfernen, Schnorchel abheben. Dann kann die Batterie zur Seite herausgezogen werden. Etwas längere Kabel, besonders das des Plus-Kabels, würden die Handhabung um ein Vielfaches erleichtern, wenn man nicht auch die rechte Verkleidungshälfte demontieren möchte. Die Kabellänge ist so knapp bemessen, dass sie gerade an die neben der Halterung gehaltene Batterie passt. Da der gemeine BMW-Fahrer aber ein anatomischer Blindgänger ist und nur 2 Arme mit 2 Händen besitzt, werden die schlüssigen Montagehandlungen von Schraube in Pol einführen, Kabel auf Schraube fädeln, Unterlegscheibe auffädeln und Mutter aufdrehen (Achtung: Schraube muss festgehalten werden) bei gleichzeitigem Batteriehalten (sie wiegt ja nur ca. 6 kg) in leicht gebeugter Stellung unmöglich. Lieber Herr Konstrukteur, was haben Sie sich dabei gedacht?

Wenn schon für das simple Anklemmen der Batterie ans Bordnetz die komplette Verkleidung ab muss oder ein Spezialtischchen oder ein zweiter Monteur nötig ist, wundern mich die Kosten bzw. Arbeitseinheiten bei BMW nicht mehr.

Damit ich zumindest damit demnächst nichts mehr zu tun haben möchte, habe ich

1.)    eine Gel-Batterie eingebaut (FIAMM FGH 21803)

2.)    ein Kabel zur Einsatz eines Ladegerätes (Optimax)

3.)  ein Kabel zum Einsatz von externen Stromquellen (Fremdbatterie) via Starterkabel

angebracht. (Man hätte natürlich auch eine Kabelverbindung Optimax / 3-Pol-Steckdose kaufen, basteln können, aber der Optimax-Stecker gehört zum Serien-Lieferumfang)

Batterie: die FIAMM FGH 21803 zeichnet sich durch erhöhte Stromabgabe beim Startvorgang aus, was alle ABS-Blink-Geschädigten zu schätzen wissen.

Gekauft habe ich sie übers internet, der Versand war superfix und problemlos.